Grandioser Start: Herrliches Bremen
Eine BahnRadTour von der Weser an die Lippequelle könnte nicht schöner als in der alten Hanse- und Hafenstadt Bremen beginnen: Mit dem Zug angekommen, sollte Zeit für einen ausführlichen Altstadtbummel bleiben. Der Bremer Markt mit dem prachtvollen Rathaus ist einer der schönsten Plätze Deutschlands. Von hier aus macht das Flanieren zum Weserufer durch die Böttcherstraße, wegen der herrlichen Backsteinarchitektur Bremens heimliche Hauptstraße genannt, besonders großen Spaß. Heimelige Pfade führen durch die engen Gassen des urtümlichen Schnoorviertels: Hier arbeiten Künstler, Goldschmiede und Galeristen Tür an Tür. Wem's gefällt und wer's gemütlich mag, bleibt einfach hier: Abends ins Theater am Schnoor und Übernachten im Hochzeitshaus - dem kleinsten Hotel der Welt!
Kleines Juwel: Lebendiges Diepholzer Land
Wer Bremen auf der BahnRadRoute Weser-Lippe entlang des grünen Weserufers in südlicher Richtung verlässt, taucht schnell in die wunderbaren Weiten und die urigen Städte und Dörfer des Diepholzer Landes ein - fast möchte man anstimmen: "Felder, Wiesen und Auen - leuchtendes Ährengold, ich möchte so gerne noch schauen - aber mein Radel das rollt!" Weyhe, der erste Ort an der Strecke im Bremer Umland, liegt mit den Dörfern Leeste, Kirch- und Sudweyhe harmonisch eingebettet in die ausgedehnte, flache grüne Wesermarschlandschaft. Auf dem Weg nach Syke wird entlang der naturnahen Hache-Aue die liebliche Feld-, Wald- und Heidelandschaft der Wildeshauser Geest erreicht. Im Ortskern von Syke lohnen der Besuch des Amtshofs mit Kornzinshaus und des Kreismuseums. Durch den erhabenen Westmark-Wald gelangt man auf der BahnRadRoute nach Bassum - einem kleinen Idyll im Diepholzer Land: Zur Besichtigung der spätromanischen Backstein-Stiftskirche, des historischen adeligen Damenstifts und der prächtigen Freudenburg sollte die Pedale ruhig längere Zeit still stehen. An der nächsten Station der Tour, in Twistringen, sollte man das Museum für Strohverarbeitung nicht versäumen: Hier erlebt man anschaulich, was alles aus dem goldgelben Naturstoff herstellt wurde und noch wird. Ländlich-verschwiegen ist's bei der ausgedehnten Etappe durch die Samtgemeinde Schwaförden. Wer eine Schwäche für alte Dorfkirchen hat, ist hier goldrichtig - empfehlenswert ist dann eine Rundreise durch die Dörfer Neunkirchen, Schmalförden, Scholen und Schwaförden. Die benachbarte Stadt Sulingen, hat, neben dem kleinen historischen Ortskern, noch ein weiteres Highlight zu bieten: Das direkt an der BahnRadRoute gelegene Freizeitgebiet Suletal lädt mit dem Landratspark und dem Erholungssee zum entspannenden Verweilen ein. Über Barenburg fahren die geneigten Radler dann einem weiteren Höhepunkt entgegen: Durch den lieblichen Ortskern von Kirchdorf wird weiter südlich die weite, fast unberührt wirkende Kulturlandschaft der Kirchdorfer Heide erreicht, die größte zusammenhängende Heidefläche Niedersachsens, die besonders zur Blütezeit ein einmaliges Farbenspiel bietet: Hier ist Rasten, Ruhen und "die Seele baumeln lassen" angesagt! Tierisch geht's dagegen in Wagenfeld zu: Einerseits bieten im Renzeler Moor Tausende von rastenden Kranichen zur Frühlings- und Herbstzeit ein sicher einmaliges Naturschauspiel, andererseits lockt der Naturtierpark Ströhen mit seinen 600 Tieren aus 5 Kontinenten jedes Jahr Tausende von Besuchern an. An der zweiten Brücke über die Große Aue endet der Ausflug durchs ruhige Diepholzer Land - das verborgene aber lebendige Herz Niedersachsens.
Mühlenkreis Minden-Lübbecke: Rahdener Parklandschaft
- Radeln wie im Traum
Wer Rahden mit dem Rad von Wagenfeld-Ströhen über Meisterstraße
von Osten erreicht, genießt auf 20 Kilometern Strecke die Rahdener Parklandschaft:
Ein altes Bauernland mit kleinen verträumten Höfen und Dörfchen,
in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Traumhaft schöne,
uralte und mächtige Moorbirkenalleen säumen der BahnRadlerin und
des BahnRadlers Pfad, die schmucke Hochzeitsmühle Tonnenheide und die
ehrwürdige Bockwindmühle Wehe lassen keinen Zweifel aufkommen, dass
die BahnRadRoute Weser-Lippe hier den ostwestfälischen Mühlenkreis
Minden-Lübbecke erreicht hat. In Rahden lohnt sich ein Besuch des Museumshofes,
in dem in gut restaurierten Fachwerkhäusern traditionelle bäuerliche
Arbeiten anschaulich vorgeführt werden. Eine urtümliche Hintergrundkulisse
für dieses historische Häusergruppe bilden die Ruinen der alten
Burgruine. Die an einigen Wochenenden im Jahr angebotene nostalgische Museumszugfahrt
von Rahden nach Uchte sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.
Die Weser-Lippe BahnRadlerinnen und -Radler haben aber auch die Möglichkeit,
in einem herrlichen Rundkurs Rahden zu erreichen: Unter dem Motto "einmal
im Leben durch Stemwede schweben" tourt man ab Peußisch Ströhen
über idyllische baum- und heckengesäumte Dammwege zum Oppenweher
Moor. Hier sollte man den Drahtesel parken und zu Fuß die faszinierende
Naturlandschaft mit weißem Wollgrasflaum und herrlicher Heideblüte
erkunden und auf sich wirken lassen. Je nach Jahreszeit lassen sich mit dem
Fernglas eine Vielzahl selten gewordener Tiere, insbesondere Vögel beobachten.
Im rustikalen Ausflugsrestaurant "Moorhof" können dann Leib,
Kehle und Seele gestärkt und erfrischt werden: Hier ist man Mensch -
hier darf man's sein! Die Weiterfahrt durch den Stemweder Norden führt
direkt ins urige Dorf Oppenwehe, dessen 300 Jahre alte Bockwindmühle
Oppenwehe immer einen Besuch wert ist. Durch die offene, weite Landschaft
des Ham- und Haßmoors erreicht man mit Muße und Westwind im Rücken
das Rahdener Zentrum. Für BahnRadlerinnen und -Radler, die mit dem Zug
der Ravensberger Bahn aus Richtung Bielefeld anreisen, kann der Rundfahrt
über Stemwede mit ca. 50 Kilometern Streckenlänge als ideale Tagestour
bestens empfohlen werden.
Südlich von Rahden erreicht der Weg unweit von Espelkamp das Flussgebiet
der "Große Aue" mit dem klangvollen Namen "Aue-See/Fahrensbruch"
- ein Natur-Idyll, das jedes BahnRadler-Herz höher schlagen lässt.
Nach Überquerung des Mittellandkanals ist es bis zur alten Kreisstadt
Lübbecke nicht weit, deren sehenswerte Wasserburg Gut Stockhausen, ein
gut erhaltener Rittersitz aus dem 16. Jahrhundert mit einer romantisch anmutenden
Wasseranlage, liegt zwar außerhalb der Stadt aber direkt an der Route.
Mit Blick auf das benachbarte, zu Preußisch Oldendorf gehörende
Holzhausen zeichnet sich das prächtige Panorama des Wiehengebirges im
Hintergrund ab. Hier sollte der geneigte Radler wieder eine lohnende Extra-Tour
einlegen: Neben dem kleinen aber feinen Holzhauser Ortskern sollte man die
landschaftlich reizvoll gelegenen Gutsschlossanlangen Hudenbeck und Crollage
auf jeden Fall einen Besuch abstatten, bevor man das Wiehengebirge erklimmt.
Hier gilt: "Keine Angst vor hohen Bergen", der Weg hinauf zur "Neuen
Mühle" geht bequem flach bergan und ist ohne Probleme zu meistern.
Ohnehin wird fast jede Verschnaufpause mit einem herrlichen Blick auf die
sattgrünen Bergwiesen, den dichten Wald auf den Höhen und die sanft
ansteigenden Seitentäler belohnt. Wenn Pass, Naturbahnhof und Gasthof
"Neue Mühle" erreicht und Leib und Kehle genügend erfrischt
sind, eröffnet sich das "natürliche Bergtor" zur nächsten
Etappe ins Wittekindsland Herford.
Wittekindsland Herford: Natur und Kultur im Einklang
Wer vom Wiehenbegirge ins sanft hügelige Wittekindsland Herford radelt,
erlebt einen faszinierenden Wechsel: Im Vergleich zum eher flachen Mühlenkreis
Minden-Lübbecke zeigt sich der BahnRadlerin und dem BahnRadler hier eine
Hügellandschaft von beachtlicher Vielfalt: Romantische Flußauen,
herrliche Land-schlossanlagen, Wälder und Höfe umgeben harmonisch
reizvolle Dörfer und Städte. Südlich der zu Rödinghausen
gehörenden Ortschaft Bieren entfaltet das Rittergut Böckel das Ambiente
eines verzauberten Märchenschlosses: Umgeben von stillem Wasser, hohen
Bäumen und dichten Büschen lassen sich seine romantischen Türme
und Mauern sanft von der Sonne streicheln. Nach so viel Zauberhaftem fällt
der bergab führende, kaum vom Autoverkehr berührte Weg ins Tal des
Else-Flusses zur alten Zigarrenstadt Bünde besonders leicht. Hier in
der Radstation am Bahnhof legt das Velo eine Pause ein: Nach so viel erlebter
Natur tut ein bisschen Flanieren durch Bünde gut: Tabakspeicher am Bahnhof,
Deutsches Tabak- und Zigarrenmuseum und Kreisheimatmuseum Striediecks Hof
warten darauf entdeckt zu werden, Stadtcafés und der citynahe Steinmeisterpark
garantieren Ruhe und Entspannung. Ist das Rad wieder startklar führt
der Weg weiter über Bündes schöne Else-Promenade nach Kirchlengern,
wo die BahnRadRoute entlang des Uferwegs vorbei an malerischen Flussschleifen
das ökologisch bedeutsame Naturschutzgebiet Else-Aue berührt. Wer
Lust auf eine kleine Schlösser-Tour hat, sollte sich von Kirchlengern
aus einen Abstecher zur Wasserburg Oberbehme, zum Rittergut Steinlake und
zum Herrenhaus Stift Quernheim nicht entgehen lassen. Aber auch in Hiddenhausen
kommen die Royal-Fans auf ihre Kosten: Das heimelige Fachwerk-Schloss Haus
Hiddenhausen mit dem Erlebnis-Museum des Holzhandwerks und die wuchtige Ritter-Wasserburg
Gut Bustedt liegen direkt an der BahnRadRoute Weser-Lippe. Ab hier macht diese
ihrem Namen auch wieder alle Ehre: Nachdem das idyllische Brandbachtal erradelt
wurde, erreicht die Tour die Trasse der Herforder Kleinbahn, auf der seit
1966 der Verkehr ruht. Auf der ehemaligen Schienenstrecke stehen zwei Wege
in Richtung Paderborn, über Bielefeld oder Herford zur Auswahl.
Die Hauptroute führt über den Kleinbahnweg unter dem Dach mächtiger
Bäume entlang des landschaftlich reizvollen Bollbachtals nach Enger.
Die Stiftskirche im Zentrum beherbergt das mittelaterliche Grabmal des Sachschenführers
Widukind (Wittekind), auch das neue Gerbereimuseum der Stadt ist sehenswert.
Der Kleinbahnweg mitten durch die Stadt und weiter durch das sanft ansteigende
Ravensberger Hügelland über Pödinghausen nach Jöllenbeck
ist ein Erlebnis für sich: Flach, gut ausgebaut und autofrei führt
er die Radlerinnen und Radler mit weitem Blick auf Feld, Wald und Wiesen bis
an den Rand der ostwestfälischen Großstadt Bielefeld.
Wer von Hiddenhausen Richtung Paderborn abkürzen möchte, wählt
die BahnRadTour über Herford: Ab Brandbachtal führt der alte Kleinbahnweg
zwischen Häusern und Gärten über Oetinghausen quer durchs Naturschutzgebiet
Füllenbruch, einem kleinen Landschaftsjuwel mit weiten Wiesen und urwüchsigen
Hecken, nach Herford, dem Zentrum des Wittekindlands. Die alte Hansestadt
blickt auf eine 1.200jährige Geschichte zurück, über den alten
Wallradweg verläuft die BahnRadRoute autofrei rund um das Zentrum, idyllisch
begleitet von den Flussläufen der Aa und der Werre sowie repräsentativen
Stadtvillen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Das alte
Herford zeigt im Zentrum rund um den Münsterkirchplatz mit Rathaus, Münster
und dem Altstadtbrunnen ein ansprechendes historisches Ambiente. Über
den Werreuferweg, dessen landschaftliche Reize jedes Radlerherz höher
schlagen lässt, verlässt man das Herforder Stadtgebiet und wendet
sich mit Bad Salzuflen dem Lipperland zu.
Liebenswertes Bielefeld: Leben am Teutoburger Wald
"Bielefeld ist einfach einladend" heißt das Motto für Radfahrerinen und -fahrer, die in der freundlichen Großstadt am Teutoburger Wald Halt machen. Die Weser-Lippe-Radler kommen tatsächlich fürstlich in die City: Vom Theesener Berg mit großartigem Blick auf die Stadt steigt der Weg allmählich ab ins grüne Johannisbachtal, von dort radelt man durch den ausgedehnten Sudbrack- und den kleinen, aber feinen Nordpark - vorbei am Hauptbahnhof - zum Jahnplatz, dem lebendigen Kern des Oberzentrums. Auch in dieser Stadt lohnen sich ausgedehnte Streifzüge: Ein Rundgang durch die quirlige Altstadt mit dem Schatzkästchen Alter Markt, dem romantischen Klosterplatz und den sehenswerten Kirchen Altstädter Nicolai, Neustädter Marien und St. Jodokus ist sehr zu empfehlen. Nicht auslassen sollte man außerdem den Anstieg in den Teutoburger Wald auf die urtümliche Sparrenburg: Vom stämmigen Burgturm und den mächtigen Rondellen hat man einen einzigartigen Blick auf die Stadt. Vielfältige Freizeitangebote und eine abwechslungsreiche Gastronomie laden zum genießerischen Verweilen ein, eine Nacht Bielefelder Luft schnuppern tut jedem Radler-Herz mehr als gut. So gestärkt kann die BahnRadTour in Richtung Lippe und Paderborn unter den Lindenbäumen des Niederwalls, durch die herrlichen, kilometerlangen Parkanlagen entlang des Lutterbachs und durch den im Ortsteil Heepen gelegenen kleinen Ölteichpark mit dem etwas versteckten Schlösschen Gut Lübrassen nach Lust und Laune fortgesetzt werden.
Lippe am Teuto: Stadt, Land, Lust
BahnRadlerinnen und -Radler, die über Ubbedissen den Kreis Lippe erreichen,
erleben ein Kuriosum: Das Dorf Asemissen wird oft zu Bielefeld gerechnet,
trägt den Bahnhofsnamen Oerlinghausen, gehört aber zu Leopoldshöhe.
Grund genug, von hier aus zwei Extratouren zu starten, vielleicht zur Abwechslung
einmal vom Bahnhof per Bus: Mit dem "Stadtbus Oerlinghausen" ins
anmutige Ambiente der Bergstadt und zum archäologischen Freilichtmuseum
sowie dem berühmten "Pendelleo" ins Zentrum der nach Fürst
Leopold II benannten Gemeinde, die ihre Besucherinnen und Besucher durch die
reizvolle Umgebung mit den idyllischen Gutsschlösschen Eckendorf und
Niederbarkhausen sowie mit dem Heimatmuseum und dem Backhaus überrascht.
Der Weg von Asemissen weiter in Richtung Lage führt über Helpup,
Ehlenbruch und Ohrsen durch das sanft wellige, sattgrüne und wie für
Radlerinnen und Radler geschaffene westliche Lipperland.
Die zweite Möglichkeit, Lage auf der BahnRadRoute Weser-Lippe zu erreichen,
führt von Herford aus entlang des Werreuferradwegs über Bad Salzuflen.
Hier sollte man die Gelegenheit beim Schopf packen, um die gesunde salzige
Luft der berühmten Gradierwerke zu schnuppern und auf einem Rundgang
durch die historische Innenstadt die sehenswerten Bürgerhäuser im
Stile der Weserrenaissance auf sich wirken zu lassen. Über Schötmar
kommen die BahnRadlerinnen und -Radler am nagelneuen Westfälischen Industriemuseum
"Ziegelei Lage" vorbei, das anschaulich - drinnen wie draußen
- Gewinnung und Produktion des "gelb-roten Goldes" vor Augen führt.
Lage ist für Weser-Lippe-Radlerinnen und -Radler das "Radwegkreuz"
schlechthin: Von hier aus heißt es "startklar in alle Himmelsrichtungen":
West Richtung Bielefeld - Bremen, Nord Richtung Herford - Bremen, Ost Richtung
Hörstmar - Lemgo, Süd Richtung Detmold - Paderborn. Im kühlen
Turmschatten der alten romanischen Marktkirche am erfrischenden Nass des Zieglerbrunnens
kann man in aller Ruhe überlegen, wohin die Reise gehen soll. Natürlich
lockt ein Trip zur alten Hansestadt Lemgo, die - idyllisch zwischen Teutoburger
Wald und Weserbergland gelegen - zu den schönsten Städten Deutschlands
zählt. Einzigartig ist der historische Stadtkern mit dem prachtvollen
altehrwürdigen Rathaus, dem urgemütlichen Marktplatz und seinen
lebendigen Straßencafés, dem schmucken Hexenbürgermeister-
und Junkerhaus sowie der sehenswerten St.-Nicolai-Kirche, die zwei unterschiedlichen
Kirchtürmen aufweist. Keinesfalls versäumen sollte man einen Besuch
der prächtigen Anlage des repräsentativen Residenzschlosses Brake,
dessen weltbekanntes Weserrenaissace-Museum auf 2000 m² einen Überblick
über Kunst und Kultur des gesamten Raumes zwischen Bremen und Paderborn
zur Zeit der Renaissance (16./17. Jahrhundert) bietet.
Die schicken und komfortablen Talent-Züge der eurobahn bringen die BahnRad-Touristinnen
und -Touristen in schnellen 9 Minuten zurück nach Lage, von dort aus
geht's südwärts über den Weg der ehemaligen Straßenbahnstrecke
der Paderborner Elektrizitäts- und Straßenbahngesellschaft (PESAG)
zur alten Residenzstadt "Lippe"-Detmold - einer in der Tat "wunderschönen
Stadt". Prägend für das historische Ortsbild sind natürlich
das fürstliche Residenzschloss und die vielen hübschen Fachwerkhäuser
mit den klassischen Schnitzereien und den schmucken Giebeln, Erkern und Ornamenten.
Gemütliche Cafés, urige Kneipen und authentische Spezialitäten-Restaurants
laden zum ausgedehnten Verweilen ein: Hier können die Besucherinnen und
Besucher die herrliche Atmosphäre der Stadt in gemächlicher Ruhe
auf sich wirken lassen. Nicht nur diejenigen, die im alten Braukeller bei
deftiger lippischer Hausmannskost und süffigem Gerstensaft versackt sind,
sollten einen zweiten Tag Detmold einplanen: Am nächsten Morgen erwartet
die BahnRadlerinnen und -Radler im art kite museum eine umfangreiche Präsentation
von fliegender Kunst der Lüfte mit Drachen aus aller Welt. Des weiteren
sollte unbedingt eine Besuch in Deutschlands größtem Freilichtmuseum
eingeplant werden: Es präsentiert allen Besucherinnen und Besucher einen
großartigen Erlebnispark bäuerlichen und handwerklichen Lebens
aus allen Teilen Westfalens direkt an der Route! Wer hoch hinaus möchte,
dem sei ein Ausflug in den nahen Teutoburger Wald angeraten: Großartig
ist der Ausblick vom Hermannsdenkmal auf der Grotenburg, einmalig der Besuch
Europas ältester Greifvogel-Station, der Adlerwarte in Berlebeck. In
Horn - Bad Meinberg, der letzten lippischen Station, teilt sich im Zentralort
Horn, einer der ältesten Städte im Kreis Lippe, die BahnRadRoute
Weser-Lippe erneut: Auf dem Weg zum Paderborner Land versperrt das Eggegebirge
des Pedalritters Weg. Menschen, die eher genießen statt steigen möchten,
werden - nach einem erholsamen Abstecher im Staatsbad Meinberg - über
Leopoldstal durchs Corveyer Land - vielleicht mit einem Blitzbesuch der nahen
Burg Vinsebeck, einem Juwel barocker Baukunst - in das zur Stadt Steinheim
gehörende Dorf Sandebeck fahren. Von dort bringt ein Bahn-Shuttle die
"Berg-Scheuen" samt Rad, Kind und Kegel bequem durch den Rehberg-Tunnel
nach Altenbeken. Wer sportlich radeln und genießen möchte, wählt
ab Horn die relativ flach ansteigende Route ins Paderborner Land über
Feldrom und Kempen durch die herrliche Wald- und Wiesen-, Berg- und Tallandschaft
der Egge mit einem Anstecher zum nahen, im wahrsten Sinne des Wortes herausragenden
Natur- und Kulturdenkmal Externsteine.
Paderborner Land - herrliche Täler, sonnige Höhen
Vom lippischen Egge-Dorf Kempen bietet die BahnRadRoute Weser-Lippe zwei wunderbare Möglichkeiten an, zu den Gestaden von Altenbeken zu radeln. Langsam rollen sollte man durchs Naturschutzgebiet Durbeketal - es lohnt sich allemal, diese einsame Naturschönheit in aller Stille zu entdecken und zu genießen: Der Talweg mit dem Blick auf steile heckengesäumte Bergwiesen und alte verschwiegene Hangweiden, mit dem sanfte Plätschern des Durbekebachs und dem lichtdurchflutete Kronendach mächtiger Waldbäume machen diesen herrlichen Landstrich im östlichen Paderborner Land zu einem einzigartigen Erlebnis. Wer eine schnelle Abfahrt bevorzugt, dem sei von Kempen aus die Landstraße durchs landschaftlich nicht minder schöne Sagebachtal nach Altenbeken empfohlen. Hier im immer noch bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt kommen auch die Bahn-Shuttle-Radlerinnen und -Radler an. Atem schöpfen - Natur erleben, diesem Motto macht das in die Gebirgs- und Bahnlandschaft harmonisch eingebettete alte Eisenbahnerstädtchen alle Ehre. Das Wahrzeichen des Ortes, der mächtige, einen halben Kilometer lange Eisenbahnviadukt überspannt mit 25 hohen Bögen das tiefe Bekebachtal, immer wieder fällt der Blick auf dieses 150 Jahre alte Brückenbauwerk, das eine Meisterleistung der Ingenieurkunst des 19. Jahrhunderts darstellt. Im Bekebachtal laufen wieder alle Teilwege der BahnRadRoute Weser-Lippe zusammen, mit vereinten Kräften geht's weiter durch das Landschafts-Idyll des Beketals am Rand des Lippspringer Stadtwaldes entlang der Auwiesen nach Neuenbeken und zum letzten Ziel vor Paderborns Stadttoren: Bad Lippspringe, der Badestadt am Rande des Teutoburger Waldes. Geist, Körper und Seele können jetzt - nach so vielem körperlichen Einsatz - Ruhe und Entspannung gebrauchen: Mit dem Thermal-Freischwimmbad, dem Bad-Sauna-Freizeit-Paradies "Westfalen-Therme" und der Arminius-Therme stehen den geneigten Radlerinnen und -Radlern gleich drei erholsame Wasserlandschaften zur Verfügung. Wenn der Mensch gestärkt ist und die Beine wieder zum Radeln bereit sind sollte man der alten Burgruine und der Lippequelle noch einen Besuch abstatten, bevor man zur Universitätsstadt Paderborn aufbricht.
Bischofs-, Kaiser- und Hansestadt Paderborn - das Hoch im sonnigen Süden
Ostwestfalens
Ein neuer Königsweg zur alten Kaiserstadt Paderborn von Bad Lippspringe aus ist eine ehemalige Schienenstrecke: Mit "Natur pur" führt die BahnRadRoute Weser-Lippe auf diesem Bahndamm durch ein kleinen, aber feinen, duftenden Kiefernwald und die herrliche Weite der naturnahen Lippe-Aue zunächst nach Marienloh. Die BahnRadlerinnen und -Radler verlassen dort den früheren Schienenweg: Es geht auf der Fahrt ins Paderborner Zentrum - wieder am Talrand der Lippe entlang - weiter durch die sonnige Ufer-Allee der Talle-Seen über Mastbruch und entlang den Fischteichen zum berühmten Heinz Nixdorf MuseumsForum, dem umfangreichsten und größten Computer-Museum der Welt: Ein unbedingtes Muss, Station zu machen! Von da an sind es nur noch ein paar hundert Meter bis zum Zentrum. Dort empfiehlt es sich, das Rad ruhen zu lassen - denn sämtliche Sehenswürdigkeiten der Stadt sind bequem zu Fuß zu erreichen. Mächtig und markant reckt sich der rund 100 Meter hohe Turm des romanisch-gotischen Doms in den Himmel. Beim weiteren Bummel durch die Innenstadt fallen das prachtvolle Adam- und Eva-Fachwerkhaus, das dreigiebelige Weserrenaissance-Rathaus und der überwältigende Barock-Altar der Jesuitenkirche ins Auge: Flanieren, entdecken und genießen - für die Stadt an der Pader sollte man sich Zeit lassen und mindestens eine Übernachtung einplanen. Aprospros Pader: Das mitten in der Stadt in einer Park- und Grünanlage gelegene Quellgebiet des kürzesten Flusses Deutschlands umfasst 200 Quellen und bereichert das Stadtklima mit seinen erfrischenden, lebendigen und reizvollen Bachläufen. Unbedingt emfehlenswert ist zum guten Schluss ein Ausflug an der Pader entlang auf der BahnRadRoute Teuto-Senne zum repräsentativen, aus der Zeit der Weserrenaissance stammenden Residenz-Wasserschloss Neuhaus, dessen Gräfte - von den Flussläufen der Pader, Alme und Lippe gespeist - die rückseitig anschließenden herrlichen Gartenanlagen malerisch gliedert.